Für ein Kartenmotiv wollte ich ein winterliches Motiv meiner Heimatstadt Wittstock malen. Als Vorlage habe ich mir ein älteres Foto ausgesucht, dass ich im Studium für eine Reportage gemacht hatte. Da die Zeichnung möglichst genau sein sollte, habe ich überlegt, wie ich das Motiv auf mein Aquarellpapier übertragen könnte.

Vorbereitung der Vorlage

Wittstock - Blick auf Stadtmauer und AmtsturmDa es sich um einen mehrseitig geleimten Block handelt, hätte ein „Durchpausen“ mit Licht nicht geholfen.

Ich bin daher einen anderen Weg gegangen. Zunächst einmal habe ich mein Foto in Graustufen umgewandelt. Hierbei habe ich Photoshop die Einstellungen zu gewählt, dass die Blautüne eher hell ausfielen, damit sich das Mauerwerk gut abheben würde.

Wittstock - Blick auf Stadtmauer und Amtsturm

Anschließend führte ich zwei Mal (vom Graustufen-Foto ausgehend) eine Binarisation in Clip Studio Paint durch. Das ist so ähnlich wie eine Tonwerttrennung, trennt jedoch in schwarz-weiß, wobei man über einen Regler die Helligkeit steuern kann. Auf diese Weise erhielt ich eine vereinfachte Form meines Fotos.

Wittstock - Wie im Comic

Diese vereinfachte Form des Fotos habe ich dann auf die Größe meines Aquarellpapiers gebracht und anschließend ausgedruckt. Nun ging es analog weiter.

Erstellung der Vorzeichnung

In Ermangelung eines Lichttisches habe ich unser Tablet „missbraucht“ und dort eine weiße Seite geöffnet. Nun habe ich auf die Rückseite des Ausdrucks die wichtigsten Linien mit einem weichen Bleistift (6B) nachgezogen. Anschließend habe ich das Blatt an meinem Aquarellblock fixiert und nun von der richtigen Seite her alles noch einmal mit Kugelschreiber nachgezogen. Durch den Druck hat sich somit der Bleistiftstrich auf der Rückseite übertragen.

Übertragung einer Fotovorlage

Kolorierung

Für Himmel und die größeren Rasenflächen wollte ich nass in nass arbeiten. Um hierbei die Details nicht zu verlieren, deckte ich Zuvor das Mauerwerk und einige „Schneeflecken“ in den Bäumen mit Rubbelkrepp ab. Hierfür nehme ich immer einen älteren Pinsel, um mir meine neueren und teils teureren Anschaffungen nicht kaputt zu machen. Rubbelkrepp-Reste anschließend direkt aus dem Pinsel waschen.

Rubbelkrepp aufgetragen

Nach der entsprechenden Trockenzeit habe ich also das Papier an den gewünschten Stellen „gewässert“ und anschließend die gewünschte Farbe (verdünnt) aufgetragen. Da es ja eine Winterlandschaft werden sollte, habe ich die Farben schön pastellig gehalten.

Erster Farbauftrag

Nun war es an der Zeit, den Rubbelkrepp wieder zu entfernen. Leider ist hierbei – ich hatte es befürchtet – ein Großteil meiner Vorzeichnung mit abgegangen. Ich habe daher mit einem Fineliner alles noch einmal nachgezogen bzw. neu gezeichnet. Damit der Kontrast nicht zu stark werden würde, habe ich mit einem grauen Fineliner mit Stärke 0.1 gearbeitet.

Fineliner Arbeiten

Für die kleineren Flächen habe ich anschließend zu Aquarellbuntstiften gegriffen.

Wittstocker Winterlandschaft Amtsturm Aquarell

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Wittstocker Winterlandschaft – Schritt für Schritt
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4 Gedanken zu „Wittstocker Winterlandschaft – Schritt für Schritt

  • 29 November 2016 um 12:50
    Permalink

    Hübsches Bild, und eine gute Idee mit der Motivübertragung.
    Hast du viel Erfahrung mit Aquarell? Das ist ja mein Hauptmedium aber irgendwie hab ich noch nen gewaltigen Respekt vor den ganzen Techniken :“D …

    Antworten
    • 30 November 2016 um 07:25
      Permalink

      Also „viel Erfahrung“ würde ich es jetzt nicht nennen. Aquarell ist einfach das, was am schnellsten gemacht ist. Leinwände und Öl oder Acryl brauchen aktuell zu viel Platz und über die Zeiten zum Trocknen reden wir mal nicht. ;)

      Ich male vor allem auf kleinen Formaten. Postkarte und kleiner habe ich jeweils als geleimten Block für kleine Motive hier. Auf denen Male ich dann meistens mit meinem Aquarellkasten und nutze auch sowas wie Rubbelkrepp, wenn es zum Motiv passt. Rubbelkrepp gibt es in unterschiedlicher „Form“.
      Im Glas, um es mit einem Pinsel aufzutragen: http://variationsphase.de/vp/2015/01/rubbelkrepp-fur-aquarell/
      Oder direkt im Applikator („Quetsch-Stift“): http://variationsphase.de/vp/2013/09/mask-liner-fur-aquarelle/

      Für meine Doodles oder auch für unterwegs wiederum bleibe ich da lieber bei meinen Aquarellbuntstiften und meinem Wassertankpinsel. :) – http://variationsphase.de/vp/2015/10/aquarell-fur-unterwegs/ Wobei ich sie ja bei den Doodles eher zum „Ausmalen“ nutze.

      Sonst könnte man da aber ganz bestimmt noch mehr experimentieren. Spritzen (wie ich es ein wenig im Bild mit dem Minkwal gemacht habe) oder auch mal Salz nehmen, was dann wieder Farbe entziehen sollte, wenn man es auf den noch feuchten Malgrund streut.

      Wichtig ist, wenn du dein Blatt richtig nass machen willst, um gute Verläufe hinzukriegen, dass du es dann fixierst. Entweder hast du einen geleimten Block (z.B. von Hahnemühle) oder wenn es ein größeres Blatt ist, kannst du es mit Kreppklebeband auf deiner Unterlage festkleben. Das hilft, damit es dann nach dem Trocknen eben nicht wie eine Wellenlandschaft aussieht, sondern seine Form behält.

      Antworten

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