Schon lange reizen mich Storykonzepte, die über ein Medium hinaus funktionieren. In meiner Phase der Selbstständigkeit beschäftigte ich mich 2014 auf einer konzeptionellen Ebene daher sehr intensiv mit Transmedia Storytelling (LINK zum Tag). Als die Welt und die Story zu „Das verborgene Gleichgewicht“ zunehmend Gestalt annahmen, kehrten meine Gedanken irgendwann zu diesen Konzepten zurück. Wie könnte ich transmediale Konzepte bewusst in mein Projekt einfließen lassen? 

Im März 2025 fragte ich daher Chat GPT, wie ich so etwas angehen könnte. Wie konnte die Anwendung dieser Theorie für meine Geschichte ganz praktisch aussehen? Mein eigentliches Hauptprodukt ist ein Buch (oder hoffentlich irgendwann eine Reihe von Büchern). Typische mediale Alternativen wären nun Film und Comic. Doch diese kommen aus Budgetgründen natürlich erstmal nicht in Frage. Gäbe es „Low-Budget“-Varianten, die ich im Internet ausprobieren könnte? 

Die Idee war es, eine Nebenfigur oder eine Nebenstory zu erfinden, die theoretisch medial aufbereitet im Internet funktionieren könnte. Ziel war es, die Atmosphäre zu transportieren, ohne die Geschichte vorweg zu nehmen. 

Mira wird „geboren“

Ich überlegte, welche Inhalte ich selbst sinnvoll erstellen könnte. So kam mir recht bald die Idee, ein weiteres Kind in der Nachbarschaft wohnen zu lassen. Es sollte selbst ebenfalls magische Fähigkeiten haben, aber unentdeckt von offiziellen Strukturen aufwachsen. Ein Kind, das seine Beobachtungen einfach teilen könnte, indem es Zeichnungen anfertigte. 

In meinen ersten Gedankengängen wäre Mira wohl erst in einem potentiellen zweiten Teil aufgetreten. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits die Grundstruktur zu dem Magiesystem mit den verschiedenen Familienlinien entworfen hatte, konnte ich sehr gut ableiten, zu welcher Mira gehören sollte. Dies bestimmte automatisch ihren Zugang zu Geistern. 

Nun traf mich irgendwann wieder die Realität und ich musste mir eingestehen, dass ich es wohl kaum schaffen würde, einen Social Media Kanal mit Zeichnungen einer fiktiven Figur zu füllen. Es gelang mir ja schon kaum, die Kanäle der Variationsphase wirklich ausdauernd zu bespielen. Chat GPT schlug zwar vor, mir Bilder zu generieren – und ich gebe zu, ich habe mir das aus Spaß mal angeschaut – doch den Gedanken, potentielle Leser mit irgendwelchen generierten Zeichnungen zu langweilen widerstrebte mir. 

Chat GPTs Vorschlag für Zeichnungen aus Miras Spurenbuch

Das Spurenbuch 

Mit dem Projekt 52 verfolge ich diesen Monat nun das, wofür ich Mira ursprünglich erdacht hatte. Ich versuche Zeichnungen aus ihrer Perspektive anzufertigen und euch ein Stück weit mit in ihre Welt zu nehmen. Auf diese Weise entstehen nun sukzessive Fragmente, die ich später über die Projektseite noch einmal anders bündeln möchte. 

Ich nutze hierbei nun eher klassische Bleistiftzeichnungen statt der Kohleanmutung von Chat GPT. Das ist für ein 8 Jähriges Mädchen mit Skizzenbuch einfach viel realistischer, da Kohle immer schnell verschmiert und fixiert werden muss. 

Alle Beiträge sammle ich unter dem Tag „Miras Spurenbuch“. 

Nächste Woche erzähle ich euch mehr über Mira und wie dieser konzeptionelle Gedanke sukzessive Einfluss auf mein Storytelling nahm. 

Die transmediale Idee hinter Miras Spurenbuch

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