
Bei uns in der Stadt gibt es einen kleinen Teich. Die Blätter von Seerosen bilden einen löchrigen Teppich auf Teilen der Wasseroberfläche. Manchmal sehe ich dort Enten. Doch immer wenn ich den Steg betrete, um genauer zu schauen, habe ich das Gefühl, nicht allein zu sein. Ich spüre eine seltsame Sehnsucht, die nicht meine ist, und blicke über die schimmernde Wasseroberfläche.
Neulich hatte ich mein Skizzenbuch dabei und habe versucht, dieses Gefühl festzuhalten. Ich frage mich, auf wen hier gewartet wird.

Für dieses Bild bin ich mit meinem Sohn am Nachmittag extra zu unserem kleinen Teich in der Stadt gefahren, um das Foto aufzunehmen. Da die Fontäne aktiviert war, sammelten sich auf meinem Blatt viele kleine Wassertröpfchen und als ich fertig war, wischte ich in einem unüberlegten Moment meinen Skizzenblock an meinem Hosenbein ab.
Nun ist der Hauptteil der Zeichnung verschmiert. Auch radierend kann ich das zu Hause nicht mehr korrigieren. Interessanter Effekt, aber irgendwie ärgerlich.
Mit diesem Bild enden die Beiträge für den Monat Mai zu Projekt 52, den ich Miras Spurenbuch gewidmet habe. Die Beiträge aller Teilnehmer findet ihr hier.