Ein Schatten im Baum zwischen flirrenden Lichtern

Der Obstbaum unseres Nachbarn steht in voller Blüte. Alte CDs funkeln in den Ästen. Sie sollen wohl die Vögel davon abhalten, später die Früchte zu stehlen. Doch schon länger sehe ich in den Ästen viel mehr als diese flirrenden Lichter. Es ist ungenau und irgendwie verschwommen. Ich kann es nicht ganz benennen. Ich müsste näher heran, um es genauer zu erspüren. Aber ich kann wohl kaum unseren Nachbarn bitten, mich zu seinem Baum zu lassen, weil ich dort Geisterspuren vermute. 

Es reicht schon, dass meine Klassenkameraden mich alle für seltsam halten. Nicht, dass ich mit ihnen über die Spuren gesprochen hätte. Mama hat sehr deutlich gemacht, dass es nur ein Geheimnis zwischen uns ist und ich anderen nicht einfach davon erzählen soll. 

Also bleibt mir nichts anderes übrig, als dann und wann in die Äste des Baumes zu schauen, der da über die Hecke hinter unserem Garten hinaus ragt. Den funkelnden Lichtern der alten CDs zuzuschauen und zu warten. Vielleicht kommt der Tag und der Geist traut sich aus seinem Baum zu uns hinüber. Dann könnte ich mehr über ihn erfahren. Doch ich weiß, dass Geister sich oft an Orte binden. 

Schmuckgrafik als Trenner

Das Thema „Funkeln“ wäre unter anderen Umständen total cool gewesen, doch im Kontext von Miras Spurenbuch hatte ich wirklich zu kämpfen, etwas zu finden, das zur Welt passt. Leider sind die funkelnden CDs in der Zeichnung nun nicht so gut rüber gekommen, wie ich es mir erhofft habe. Ich hoffe, es geht trotzdem durch. ;)

Alle Beiträge zum Projekt 52 im Mai.

Zwischen flirrenden Lichtern (P52, Funkeln)
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