Ihr kennt das bestimmt auch. Zwischen Job und Familienleben gibt es vor allem mit kleinen Kindern viel, was erst einmal auf der Strecke bleibt. Der Haushalt will in Ordnung gehalten werden, die Kinder spielen oder eine Geschichte vorgelesen bekommen. Windeln müssen gewechsel oder beim Gang auf die Toilette unterstützt werden. Am Abend, wenn Mama nicht gleich neben dem Baby mit eingeschlafen ist, sinken Mama und Papa auf der Couch zusammen. Wieder ein Tag geschafft. Endlich Beine hoch legen!

Hand aufs Herz, wer schafft es da, sich jeden Abend noch zu motiveren und nicht einfach einen Streaming Dienst seiner Wahl an zu machen? Mit dem Partner will man schließlich auch noch Zeit verbringen. Und wie es dann so ist, bleibt keine Zeit für die Hobbys und eigenen Interessen.

Aber ist das wirklich so? Bleibt wirklich keine Zeit oder ist es nicht vielmehr ein Abbild unserer aktuellen Prioritäten?

Zeit hat man nicht.
Zeit muss man sich nehmen.

Wenn wir also mit uns unzufrieden sind, weil wir mit einem Thema nicht vorwärts kommen, dass uns eigentlich am Herzen liegt, dann haben wir uns womöglich nicht die Zeit genommen, daran zu arbeiten.

Nun beginnen bei mir leicht Gedankengänge wie: „Puh, also für ein größeres, detailliertes Bild, bräuchte ich mehrere Stunden. Die habe ich sowieso nicht bzw. wenn ich sie mir nehme, dann bringt es Stress in unseren Familienalltag. So wird mein geplantes Projekt nie fertig. Dann kann ich es auch gleich lassen…“

Na, erkennt ihr euch wieder? – Ich denke mittlerweile, mit diesen Gedanken sabotiert man sich selbst. In diesem Sinne möchte ich ein Experiment wagen und ihr könnt euch gern beteiligen.

30 Tage lang mindestens 15 Minuten pro Tag zeichnen

15 Minuten, das erscheint nicht viel Zeit. 15 Minuten kann man immer irgendwo einschieben. Morgens vor der Arbeit, in der Mittagspause oder selbst abends, wenn die Kinder im Bett sind und bevor man sich zu seinem Partner auf die Couch kuschelt. 15 Minuten jeden Tag ein wenig zeichnen, keine großen Kunstwerke, einfach nur Skizzen in ein einfaches Büchlein. Das klingt schaffbar, oder?

Ich habe mir dafür mein eines blanko-Notizbuch mit Druckbleistift auf den Esstisch gelegt und bin gespannt, wie es vorwärts geht. Das was ist gar nicht so wichtig. Auch das wie zählt nicht. Ob Bleistift, Buntstifte oder einfach nur Kugelschreiber. Es zählt nur, dass gezeichnet wird.

Am Samstag habe ich begonnen und mich abends zielgerichtet noch einmal ein paar Minuten mit Bleistift und Skizzenbuch an unseren Esstisch gesetzt. Am Sonntag konnte ich die Mittagsruhe der Kinder mit nutzen und habe später noch im Garten etwas gezeichnet. Letzteres führte zwar dazu, dass meine Tochter dann eine Zeichnung für sich einforderte und noch ein bisschen „nacharbeiten“ wollte. Aber okay. Ich werde berichten, wie es weiterhin läuft.

Meine Tochter verfeinert meine Zeichnung, in der ich sie nach ihrem Wunsch mit einer „Sonnenblumenkrone“ gezeichnet habe.

Was soll das bringen?

Zeichnen ist eine handwerkliche Tätigkeit, die ähnlich wie das Erlernen eines Instrumentes oder auch das Betreiben von Sport, eine gewisse Routine benötigt, damit wir im Fluss bleiben. Die Bewegungen müssen uns – ähnlich wie einem Sportler – ins Blut über gehen. Die kurzen Schwünge aus dem Handgelenk und die langen aus dem Arm. Das Zeichnen von geschlossenen Kreisen und anderer Hilfsmittel ohne Hilfsmittel. Auch unser Auge will trainiert werden und bei der Zerlegung in Grundformen helfen.

Und dafür sind 15min am Tag allemal besser, als gar nicht zu zeichnen. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich das ein oder andere Mal eine Situation, in der ich einfach noch ein bisschen weiter zeichne. Einfach, weil es gerade Spaß macht.

Wie sieht es bei euch aus? Wie bleibt ihr – trotz Job und Familie – am „Ball“? Macht ihr mit?

Zeit zum Zeichnen – ein Experiment

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