Kürzlich bin ich über diesen sehr interessanten Artikel des Smashing Magazines mit dem Titel „Converting Stories into Multi-Screen Expierences“ von Senongo Akpem gestolpert. Dieser Artikel weißt einige interessante Beispiele für die interaktive Aufbereitung von Geschichten auf. Darüber hinaus gibt er jedoch ein paar Anhaltspunkte für jene, die eine Story auf mehreren Screens zum Leben erwecken wollen.

Zunächst gilt es, die passende Plattform für die Story zu finden. Wichtig ist hierbei weniger die Bildschirmgröße, als etwa der Context, in dem diese Geräte genutzt werden. Mit Hilfe von Responsive Design sollte die Optimierung von Content im Web bereits Plattformübergreifend möglich sein. Doch unabhängig davon, ist es natürlich möglich, besondere Funktionen von Geräten wie Kamera, GPS und Kippsensorik bei Smartphones und Tablets oder Bewegungssteuerung bei Kinect zu nutzen.

Senongo Akpem stellt in seinem Artikel eine Reihe von Fragen, welche erste Denkanstöße liefern. Meiner Meinung nach sind diese auch gute Ansätze, wenn man über eine transmediale Umsetzung im Allgemeinen nachdenkt.

Wo sind mögliche Bruchpunkte in der Story?

An welchen Stellen lässt sich die Story in einzelne Teile teilen? Im Responsive Design hat man hier bisher über Screenbreiten nachgedacht und wie der Inhalt noch sinnvoll dargestellt werden kann. Bei der Story geht es jedoch eher um inhaltliche Bruchpunkte. An welcher Stelle kann der Leser/Benutzer aus der Story aussteigen und später wieder einsteigen? Vielleicht gibt es auch verschiedene Einstiegspunkte zu einer Story? Gerade in Hinblick auf den Einsatz mehrerer Plattformen sollte der Leser/Benutzer mehrere Möglichkeiten zum Einstieg in die Story haben.

Welche Bestandteile der Story können unabhängig voneinander existieren?

Denkt man in Transmedia Philosophie, wären diese einzeln für sich bestehenden Bestandteile mögliche Ansätze für Veröffentlichungen auf verschiedenen Plattformen.

Verändert sich die Erzählung, wenn sie aus einer anderen Perspektive erlebt wird?

Dies ist eine Frage, die ich mir bisher vorrangig aus den klassischen Rollen heraus gestellt habe. Wie wäre es, die Geschichte aus der Sicht des Antagonisten oder eines Support Characters heraus zu erleben? Auf diese Weise könnte der Leser/Benutzer Eindrücke und Informationen sammeln, die ihm bei einer streng auf den Protagonisten begrenzten Erzählweise verloren gingen.

Welche Datenbestände können für die Erzählung genutzt werden?

In dem Artikel bezieht man sich hierbei eher auf statistische Werte, die in journalistischem Storytelling Anwendung finden könnten. Für fiktive Erzählungen wiederum, wäre die Frage vielleicht eher, was wir alles von der Welt erzählen und integrieren könnten, um das Erlebnis zu verstärken. Vielleicht gibt es in der fiktiven Welt Orte, die man erkunden kann und Gebräuche von denen man auf diese Weise erfährt. Diese Informationen wären nicht essentiell, um die eigentliche Story zu erleben, würden jedoch dem Leser die Möglichkeit geben, noch tiefer in die Welt einzutauchen.

Werden die Leser/Benutzer vergessen, wo sie sind?

Werden sie so tief eintauchen, dass sie gar vergessen, aus der Straßenbahn wieder auszusteigen. Diese Gefahr besteht natürlich immer, so wie bei jedem guten Buch auch. Doch je nachdem, wie klein die „Häppchen“ sind, in die wir die Story zerteilen, desto einfacher kann sich der Leser/Benutzer wieder von der Story lösen.

Fühlen sich die Screens natürlich an?

Für mich ist dies vor allem eine Frage, in wie weit die Interaktion zum Inhalt der Story passt. Manche Geschichten erfordern eine einfache Navigation, doch für fiktive Welten, wäre es ebenso denkbar, dass es einen mysteriösen Gegenstand gibt, der eine Schlüsselrolle in der Story spielt und gleichzeitig eine Form der Navigation für den User darstellt.

Dem schließen sich weitere Fragen an:

Spielt das Gerät eine Rolle? Ist das Interface nahtlos in die Story eingebettet?

Und die abschließende, doch in Hinblick auf Features essentielle Frage:
Muss sich der Leser/Benutzer etwas merken? Brauchen wir hier eine Lesezeichen Funktion?

Ich denke, Senongo Akpem hat hier bereits interessante erste Fragen aufgestellt, die sich mit Sicherheit noch erweitern und je nach Anwendungsfall ergänzen lassen. Lest auch den Original-Artikel mit Verweis auf verschiedene Beispiele hier. „Converting Stories into Multi-Screen Expierences“ von Senongo Akpem

Dieser Post erschien ursprünglich in meinem 2014 geführten Fachblog über Konzeption.

Storys in Multi-Screen Erlebnisse überführen

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