2017 fasste ich den Entschluss, einen neuen Schritt zu gehen. Ich lud Zeichnungen bei Spreadshirt hoch, probierte Low-Content-Bücher über KDP zu veröffentlichen, integrierte Affiliate Links und die VG Wort. Die Idee dahinter war einfach: Die Variationsphase und meine zeichnerischen Aktivitäten sollten sich selbst tragen. 

Ich ergänzte diese Aktivitäten durch ein paar einzelne Aufträge, jedoch immer darauf bedacht, dass diese nicht Überhand nehmen würden. 

Tatsächlich gab es dabei das ein oder andere Jahr, was auch ganz gut lief. Sprich es trug meine Webhosting-Kosten, die Abschreibung für mein MacBook und auch so manch kleine Anschaffung. Teilweise blieb sogar ein kleines Plus übrig. 

Ernüchterung über Zeit – ein Zwischenfazit nach 9 Jahren

Doch in den vergangenen Jahren waren die Einnahmen an allen Punkten rückläufig. Das hatte vor allem zwei Gründe: Einerseits hatte ich einfach mit Familie, zwei Kindern und Vollzeitjob nicht die Energie, die es gebraucht hätte, um dran zu bleiben. Andererseits fielen überall die Margen. Der Traum von einem kleinen, passiven Einkommensstrom ist sukzessive ausgetrocknet. Hatte ich es im ersten Jahr bei Spreadshirt noch auf über 5.000 EUR Umsatz gebracht, kamen 2025 nicht einmal mehr 500 EUR zusammen. 

Mit KI ist es nicht besser geworden. Die Uploads bei Spreadshirt sind sicher nicht weniger geworden – es gab dort auch Aufräumaktionen, um die Anzahl der Designs zu reduzieren. Dazu kommt, dass Spreadshirt hochgeladene Bilder von KI anpassen lässt. 

Auch bei Amazon sieht es nicht besser aus. Einerseits sind die Affiliate-Provisionen massiv gefallen. Im besten Jahr 2021 kam ich immerhin auf über 400 EUR, in den zwei Folgejahren immerhin noch deutlich über 200 EUR. 2025 waren es gerade mal noch 57,11 EUR. Das reicht nicht mal für mein Webhosting. 

Parallel hat sich der Markt verändert. So wird KDP mittlerweile von KI generierten Büchern überschwemmt. Das macht es für unabhängige Künstler schwerer, gefunden zu werden. 

So langsam hat man ja schon einen Blick für die Optik schnell generierter KI-Bilder und auch das ein oder andere „Mitmach-Buch“ habe ich durch Zufall schon in der Hand gehabt. Ein kurzer Blick hinten rein und mein Verdacht hat sich bisher immer bestätigt. Das macht mich ehrlicherweise auch etwas traurig, denn wenn der Markt derart überschwemmt ist, was soll man dann selbst noch machen? 

Ich kompensierte die rückläufigen Einnahmen mit kleinen Auftragsarbeiten, doch wenn ich ehrlich bin, so war das irgendwie nicht der Plan. 2025 bin ich nach Abzug von Webhosting und letzter Abschreibungsrate nun tatsächlich das erste Mal mit Minus rausgegangen. 

„Die fetten Jahre sind vorbei“

Ich muss mir eingestehen, dass ich mit dem Aufwand, den ich bereit bin zu betreiben, nicht zu den alten Zahlen zurückkommen werde. Zumal ich in den letzten Jahren familiär bedingt zunehmend weniger Zeit zum Zeichnen hatte. Die kreative Seite meiner Persönlichkeit hat sich entsprechend dem Storytelling zugewandt und so beginnt nun ein neuer Abschnitt dieses Experiments. 

Es wird hier in den alten Beiträgen weiterhin Affiliate Links geben und ich freue mich über jeden, der den allgemeinen Affiliate Link an der Seite nutzt, bevor er seine Amazon-Bestellung tätigt. Auch werden meine Beiträge weiterhin ein VG-Wort Pixel erhalten. Sollte es doch nochmal einer über die Mindestzugriffe schaffen, kommt da zumindest noch ein wenig Grundrauschen hinzu. (Teilen oder Verlinken meiner Beiträge ist also erlaubt.) 

Zeit für Neues

Wie sagt man so schön? Das Gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten, grenzt an Wahnsinn. Ich wollte also etwas Neues ausprobieren, das zu meinen veränderten Interessen passte. 

Also habe ich beschlossen, ganz praktisch herauszufinden, wie Kindle Unlimited funktioniert. Dort wird man nach gelesenen Seitenzahlen bezahlt. „Ruf nach Meer“ als Novelle ist hierbei mein Pilotprojekt. Große Sprünge kann man hierbei natürlich nicht erwarten. 25 gelesene Seiten im Mai brachten mir etwa 0,07 EUR ein.  

Ob meine Inhalte eine Leserschaft finden? Das werde ich herausfinden müssen. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich habe in den letzten ein bis zwei Jahren zumindest festgestellt, dass KI zwar als Verstärker funktionieren kann, gutes Storytelling aber eben trotzdem nicht vom Himmel fällt. Vielleicht finde ich dort am Ende noch eine Nische für mich, in der ich mit kreativem Output, der mir Spaß macht, ein kleines Zubrot verdienen kann. 

Auch wenn es damit nun heute weniger ums Zeichnen geht, so werde ich euch über diesen Prozess hier im Blog in jedem Fall auf dem Laufenden halten. 

Wenn Ihr zufällig Kindle Unlimited nutzt, dann lest gern in meine Novelle herein. Alternativ könnt ihr mein E-Book natürlich auch einfach einzeln bei Amazon erwerben. (Zur Novelle) In jedem Fall helft ihr mir so dabei, dieses Experiment mit echten Zahlen und Erfahrungen zu begleiten.

Zeichnen als Business: Wie es sich verändert

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