In den letzten Beiträgen zu Miras Spurenbuch habe ich euch bereits Einblicke in die Entstehung von Mira Elvren, eine meiner Nebenfiguren, gegeben. Nun fand Mira ihren Platz natürlich nicht im luftleeren Raum. Vielmehr waren bereits andere Figuren und Details über Hintergründe und Zusammenhänge vorhanden. 

Was wäre wenn? 

Geistergeschichten gibt es ja bereits verschiedene. Geister sehen, spüren, Bannkreise und mehr – das ist für sich genommen erstmal nichts Neues. Wie könnte ich verhindern, dass meine Geschichte einfach eine weitere Geistergeschichte wird? Ich wollte keine klassische Geistergeschichte erzählen. Allgemeine Geistergeschichten gibt es bereits genug. 

Was wäre, wenn es statt universellen Alleskönnern eine Aufteilung der verschiedenen Interaktions- und Wahrnehmungsmöglichkeiten mit Geistern gäbe? Wenn die Figuren meiner Story nur als Team ein ganzes Bild erhalten würden? 

Hier sah und sehe ich viel Potential für Spannungen und Konflikte und genau diese braucht es für eine interessante Geschichte. So entstand ein Geflecht von magischen Linien – im weiteren Sinne „Familien“, die sich über einen geheimen Zirkel organisieren. Hüter, die die „unwissenden“ Menschen vor Geistern schützen und für gewöhnlich im Verborgenen agieren. Jede Linie mit ihrer eigenen Bedeutung und ihren eigenen Aufgaben im sozialen Geflecht des Zirkels. 

Warum kann Mira die Geister nicht einfach sehen? 

Und genau dieses Geflecht ist nun der Grund, warum Mira die Geister nur spürt, statt sie einfach zu sehen. Ihre magische Linie habe ich „Fährtenleser“ genannt, denn sie lesen die Spuren der Geister wie spirituelle Fährten. Sie können also nicht einfach feststellen, ob ein Geist gerade da ist. Vielmehr schwächt sich seine Präsenz mit der Zeit ab, sodass sie spüren können, ob ein Geist vor kurzem dort war. Hierbei nehmen sie vor allem seine Stimmung wahr – ist er feindselig, ängstlich oder gar freundlich? 

Mira fehlt jedoch eine größere Einordnung ihrer Gabe, da sie außerhalb der Zirkelstrukturen aufwächst und so findet sie ihren eigenen, intuitiven Zugang. Ihre Eindrücke verarbeitet sie über Zeichnungen. Das Aussehen entstammt hierbei vielmehr ihrer Fantasie, als einer konkreten Beobachtung. 

Mit Klassenkameraden kann sie darüber für gewöhnlich nicht sprechen. 

Worldbuilding – Warum sieht Mira die Geister nicht?
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