2025 ist vorbei und es fiel mir zum Jahresbeginn 2026 wie Schuppen von den Augen: Ich habe doch allen Ernstes das 20 jährige Jubiläum meiner Domain verschlafen. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Variationsphase immer wieder verändert. 

Eine kleine Rückschau

Ursprünglich war sie ab 2005 eine reine Galerie für meine Zeichnungen. Erst 10 Jahre später erhielt die Variationsphase einen Blog. Alles weiterhin mit Fokus auf das Zeichnen, doch erste Aspekte des Storytellings schlichen sich langsam ein. 2017 fasste ich den Entschluss, dass das Webhosting sich irgendwie selbst finanzieren musste. Ich zeichnete für Spreadshirt und schrieb einige Artikel, die ich mit Affiliate Links versah. Einzelne Artikel erreichten sogar die Mindestanforderungen der VG Wort. Leider sind alle drei Einkommensströme mittlerweile sukzessive eingebrochen, da die Vergütungen überall gekürzt wurden und ich auch einfach mit Familie und Job nicht die Energie habe, so viel Output zu generieren, dass ich dagegen ankommen würde. 

Noch dazu verschob sich mein Privatleben. Unsere Kinder nahmen mehr Platz ein. Nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich. Meine Zeichensachen sind mittlerweile quer im Haus verteilt, mein Zeichentablet liegt im Wohnzimmerschrank. Ich habe zwar noch einen Schreibtisch, doch dieser ist vor allem auf meine Home Office Situation ausgerichtet. Nach Feierabend mal noch schnell zeichnen? Keine Chance. Es fühlt sich an, wie der Gang ins Fitnessstudio. Man muss sich erstmal aufraffen, alles aufzubauen. 

Einzug der KI

Gleichzeitig erlebten KI-Modelle wie ChatGPT ihre Hochzeit und irgendwie versuchte ich, meinen Zugang dazu zu finden. Konnte die KI mir helfen, mein kreatives Chaos zu ordnen? Zunächst versuchte ich sie vor allem als Recherche Werkzeug zu nutzen, wohlwissend, dass man noch einmal gegenprüfen muss. Wobei es in meinem Fall und Fiktion geht und die genauen Details irgendwelcher Geistermythen eigentlich zweitrangig waren. Mein erster Aufschlag half mir noch nicht sehr weiter, doch im März 2025 passierte dann, was kommen musste. 

Ich war mal wieder auf Dienstreise mit dem Zug unterwegs und auf der Heimfahrt war die Luft zum Arbeiten einfach raus. Also lud ich mir ChatGPT herunter und spielte Ideen Ping-Pong zu meiner Story Idee. Ich gab eine Szenenbeschreibung rein, ChatGPT verfasste dazu einen Text. Tatsächlich feuerte es mein inneres Kopfkino mächtig an. Ich reizte den Chat derartig aus, dass ich tatsächlich das Limit erreichte. Ooops. 

Doch ich hatte Blut geleckt. 2023 hatte ich mich noch ausgiebig mit Storytheorie beschäftigt und tauchte nun endgültig ab. ChatGPT half mir meine letzten Denkknoten zu Dramatica zu lösen und ich exerzierte verschiedene Beat Sheets und die Dramatica-Throughlines mit meiner Idee durch, wodurch die Welt immer weiter wuchs. Ich habe in 2025 viel darüber gelernt, wie einem diese Modelle helfen können und wo sie mich am Ende in die totale Konzeptecke bringen. Musste auf die harte Tour lernen, dass Selbstorganisation für solche Großprojekte das A und O ist. Auch hier hilft die KI indirekt. Ich schilderte ihr meinen Frust und meine Probleme mit der Organisation meines Materials und bekam Hinweise und Tipps. Nicht alles davon war brauchbar, aber es hat mich definitiv weiter gebracht. 

„Und warum besprichst du das nicht einfach mit anderen Schreibenden?“ – Nun ja, das liegt auf der Hand: Ich habe nicht viele in meiner Bubble und die wenigen, die ich habe, haben nicht immer Zeit, das mit mir durchzuhecheln, wenn ich gerade Luft habe. 

Die KI wurde also Werkzeug und mein Sparringpartner und ich erkannte auch schnell, dass sie – zum Glück – noch nicht so weit ist, selbst eine stringente, konsistente Geschichte zu schreiben. Selbst wenn ich ihr meine 200 Seiten Storybible gebe, ist es ihr nicht möglich, alles beisammen zu halten und es gelingt ihr auch nicht, auf Basis meines Storykonzepts die Szenen abzuleiten. 

Ihr dürft also beruhigt sein. Ja, ich nutze KI – aber die Texte, die ich schreibe, sind weiterhin von mir. Auch bei Bildern werde ich hier immer voll transparent sein und euch dazu schreiben, wenn ich euch doch ein KI-Bild anbiete. Der innere Anspruch sind eigene Inhalte. 

Neuer Fokus

Mit meinem neuen inhaltlichen Fokus merkte ich Ende 2025, dass sich die Variationsphase einfach nicht mehr richtig anfühlte. Ich hatte zu viel auf fachliche Beiträge gesetzt, um langlebige Inhalte zu erzeugen, die dann via SEO Einnahmen über die VG Wort und Affiliate Links erzeugen sollten. 

Vielmehr möchte ich es nun endlich wagen, mich auf das Storytelling zu konzentrieren. Zu veröffentlichen und euch daran teilhaben zu lassen. Der Untertitel der Variationsphase ist daher nicht länger „Visualisierung & Illustration“, sondern „Visualisierung & Erzählräume“. Auch die Navigation habe ich umstrukturiert. An den Inhalten hat sich jedoch nichts geändert. Im Unterbau ist noch alles unverändert. 

Ich bin sehr gespannt, wie weit ich es dieses Jahr schaffe, meine geplanten Projekte dieses Jahr voran zu treiben. 

Tapetenwechsel nach 20 Jahren

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