Ich hatte vor Jahren bei meinem ersten Arbeitgeber mal Copic Marker in der Hand und war äußerst fasziniert. Jeder der sie kennt, weiß auch, was sie kosten. Das konnte ich mir als Student und Berufsanfänger nicht leisten und auch heute – mit Familie – muss ich mir überlegen, ob es mir das Geld wert ist, wo meine Zeit ja ohnehin sehr begrenzt ist.

Von Zeit zu Zeit stöbere ich daher nach günstigen Alternativen. Ich hatte einmal einen einzelnen Stylefile-Marker bei boesner erstanden, doch auch die sind im Gesamtpaket nicht so günstig. Beim Suchen nach Alkoholmarkern ist mir vor allem eine weiche Pinselspitze wichtig, weil ich das Malgefühl damit einfach toll finde. Und so stolperte ich vor ein paar Wochen bei Amazon über Ohuhu-Marker, die mit unter 40 EUR für 48 Marker durchaus in einem bezahlbaren Rahmen lagen. Also bestellte ich und wartete ganz gespannt auf mein Päkchen.

Der erste Eindruck

Ohuhu Marker – Dank Tasche alle 48 Farben im Überblick

Die Ohuhu Marker (*) werden in einer praktischen Tasche geliefert, die man einfach mit einem Reißverschluss schließen kann. In der Tasche stehen die Stifte, sodass man beim Malen alle Farben im Blick hat.

In ihrer Form erinnern die Ohuhu Marker sehr an Stylefile. Sie haben die selbe Größe, die runde Form, an den Kappen diese kleinen Stopper, damit sie nicht wegrollen und auch die Farbe an den Kappen sieht sehr ähnlich aus. Sie haben eine breite Marker „Spitze“ und eine Pinselspitze. Die Pinselspitze ist schön groß und weich – sogar größer und weicher als bei meinem Stylefile Marker.

Ohuhu (Warm Grey) und Stylefile (Neutral Grey) im Vergleich

Die Farben beim Malen sind schön intensiv, sodass meine Tochter auch gleich Feuer und Flamme war und mitmalen wollte. (Sie durfte ein bisschen mit probieren, bekommt sie aber allein nicht in die Finger, weil sie doch noch sehr aufdrückt. ;) )

Leider habe ich festgestellt, dass die Farbe auf dem Papier und die Kappe nicht immer gut zusammen passen. Auch die beiliegende Farbübersicht passt nicht mit der Farbwirkung auf meinem Papier zusammen. Daher habe ich mir nun eine eigene Farbübersicht angelegt (Papier: Stylefile Premium Markerpapier).

Ohuhu Marker 48 Farbenset im Überblick auf Stylefile Premium Markerpapier

Wie man sieht, ähneln sich einige Farben hier sehr stark, auch wenn sie unterschiedliche Nummern haben. Ich kann leider nicht sagen, ob es ein ähnliches Phänomen auch bei Copic und Stylefile gibt.

Auf das Papier kommt es an

Da ich bei meiner Bestellung nicht daran gedacht hatte, spezielles Marker-Papier zu bestellen, griff ich zunächst zu dem Mixed Media Papier von Canson (*). Ich druckte mir zwei digitale Vorzeichnungen/Outlines aus, um einfach direkt loslegen zu können. Das Ergebnis war jedoch etwas ernüchternt, da dieses Papier für die Marker viel zu saugfähig ist. Dadurch wurden die Farben alle recht dunkel, was mich speziell beim Genie gestört hat.

Erstes Bild mit Ohuhu Markern – auf falschem Papier (Mixed Media)
Gelb und Grüntöne – auf Mixed Media Papier

Etwas enttäuscht wandte ich mich an die liebe Jenny (alias Luphalia auf Instagram), die meinem Genie sofort angesehen hatte, dass ich da wohl das falsche Papier genutzt habe. Sie wies mich zurecht darauf hin, dass ich wohl auch nicht auf die Idee käme, dünnes Zeichenpapier für Aquarell zu nutzen und mich dann zu ärgern, dass es sich nicht so verhielt wie Aquarellpapier. Sie beschrieb mir, dass Marker Papier eine Art Beschichtung hat, wodurch die Farbe nicht so stark auf dem Papier blutet.

Da ich erstmal neues Papier bestellen musste, teste die Marker als nächstes auf Bristol Karteikarten von Exacompta (*). Das Papier ist etwas dicker und die Oberfläche in der Tat irgendwie beschichtet. Das Ergebnis sah wirklich gleich besser aus. ;)

Kleine Fuchs-Elfe mit Ohuhu Marker auf Bristol Karteikarten

Ich habe nun sowohl ein Skizzenbuch, als auch Papier von Stylefile bestellt. Derzeitig nutze ich vor allem das Skizzenbuch und ihr könnt verschiedene Arbeiten dazu auf meinem Instagram-Kanal sehen.

Auf dem Papier zeigte sich jedoch, was sich auch auf den anderen Papieren abzeichnete. Auf größeren Flächen werden die Ohuhu Marker streifig. Bisher gelingt es mir nicht, sie sauber zu vermalen, um eine Ebene Fläche zu kolorieren. Nun fehlt mir etwas der Vergleich, ob es an meiner Technik oder an den Stiften liegt. Vielleicht besorge ich mir nochmal einen einzelnen Copic, und mache dann einen direkten Vergleich.

Sternzeichen Illustration mit Ohuhu Markern im Stylefile Classic Skizzenbuch

Fazit

  • Sehr günstige Alkoholmarker:
    • Ohuhu 48 Farben und 1 Blender – 36,99 EUR (*)
  • Weiche Pinselspitze erlaubt angenehmen Farbauftrag
  • Farbe auf Kappen und Farbe auf Papier sind teilweise sehr unterschiedlich, also immer ein Schmierpapier daneben legen!
  • Mit dem richtigen Papier kann man schöne, farbintensive Bilder malen
  • Auf großen Flächen recht streifig

Alles in allem bereue ich die Anschaffung nicht. Sie sind eine gute Ergänzung, um kleine Zeichnungen in intensiven Farben zu kolorieren und machen Spaß, wenn man das richtige Papier im Einsatz hat. – Damit sind sie eine gute Möglichkeit, gerade für Schüler und Einsteiger, um sich mit dem Medium überhaupt vertraut zu machen.

Nun zu euch – habt ihr Alkoholmarker schon ausprobiert? Wie findet ihr sie? Soll ich diesen Bericht noch um Farbübersicht und Tests erweitern?

P.S.: Alle Materialien habe ich selbst gekauft und stelle sie hier aus eigenem Antrieb vor. Es gibt also kein Sponsoring von Ohuhu, Stylefile, Canson oder sonst wem. – Sonstige Materialien für die Bilder: Fineliner von Micron und der weiße Gelstift von uniball.

Update

Ohuhu hat mittlerweile sein Produktportfolio bei den Brush Markern erweitert:

  • Ohuhu 48 Farben und 1 Blender – 34,99 EUR (*)
  • Ohuhu 24 Hautfarben und 1 Blender – 29,99 EUR (*)
  • Ohuhu 72 Farben und 1 Blender – 64,99 EUR (*)
  • Ohuhu 120 Farben und 1 Blender – 99,99 EUR (*)
  • Preise Stand 05. November 2020
Ein erster Test mit den neu erstandenen Hauttönen von Ohuhu. Wenn ich einige weitere Übungen machen konnte, wird ein eigener Blogpost zu dem Thema folgen.

Hinweis: Alle mit einem (*) markierten Produktlinks sind Affiliate Links zu Amazon. Ihr bestellt zum normalen Preis und ich erhalte als Dank für die Vermittlung eine kleine Provision, die ich in diesen Blog und neue Materialien investieren kann. :)

Günstige Alternative zu Copic und Stylefile Markern? – Ohuhu im Test
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3 thoughts on “Günstige Alternative zu Copic und Stylefile Markern? – Ohuhu im Test

  • Pingback:Blick ins Skizzenbuch - März - variationsphase

  • 11 Dezember 2020 um 17:40
    Permalink

    Wie zufrieden bist du mit den Markern? Noch weitere Alternativen aufgetan? Bestelle dann auch gerne über deinen Affiliate link danke!

    Antworten
    • 14 Dezember 2020 um 19:54
      Permalink

      Hallo Werner,
      die Alternativen sind natürlich sehr von deinem Budget abhängig. Alkoholmarker mit Pinselspitze habe ich bisher noch keine zu einem solchen Preis-Leistungsverhältnis gefunden. Daher habe ich mir mittlerweile auch das Set mit den Hautfarben zugelegt.
      Zwei Punkte stören aktuell noch: Die Farben in meinem Set (48 Farben) sind alle sehr kräftig. Da wären ein paar hellere Töne schön gewesen. Mittlerweile gibt es jedoch auch größere Sets. Darüber hinaus tue ich mich noch immer mit großen Flächen schwer. Ob das nun mit teuren Copics sehr viel besser wäre, kann ich noch nicht berichten, plane hier aber noch eine Anschaffung eines kleinen Sets von Pastellfarben zur Ergänzung. Wenn sie da sind und ich sie entsprechend ausprobieren konnte, wird es hier sicherlich noch einmal ein Update geben.
      Wichtig beim Malen ist wirklich das richtige Papier. Ob du dabei dann eher zu einem Markerpad mit dünnerem Papier oder lieber einem Skizzenbuch mit dickerem Papier greifst, hängt natürlich von deinen persönlichen Präferenzen und Projektplänen ab.
      Alles in allem bereue ich den Kauf nicht und finde, sie sind ein super Einstieg für alle, die sich an die Alkoholmarker heranwagen wollen, dabei aber nicht gleich ein kleines Vermögen für eine größere Farbauswahl auf den Tisch legen wollen.
      Viele Grüße,
      Christina

      Antworten

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